Die Widmark-Formel dient zur theoretischen Abschätzung der Blutalkoholkonzentration (BAK) auf Basis der aufgenommenen Alkoholmenge, des Körpergewichts und eines Verteilfaktors r (häufig ca. 0,68–0,70 bei Männern und 0,55–0,60 bei Frauen; Richtbereiche je nach Quelle). Zusätzlich kann eine Eliminationsrate pro Stunde von der Ausgangskonzentration abgezogen werden, um den zeitlichen Abbau zu berücksichtigen.
Grundprinzip
- Aufgenommener Alkohol (g): Volumen × Vol.-% × Dichte (≈0,8 g/ml).
- Verteilung im Körper: Alkoholmenge geteilt durch (Körpergewicht × r).
- Abbau: BAKt ≈ BAK0 − (Eliminationsrate × Zeit); typische Spannen ca. 0,1–0,2 ‰/h.
Wofür wird die Formel genutzt?
- Schätzung der Spitzen-BAK nach einer definierten Trinkmenge.
- Rückrechnung von BAK-Werten in zeitlichem Verlauf (z. B. Tatzeitraum).
- Sensibilisierung für die Wirkung von Dosis, Gewicht, Zeit und individuellen Unterschieden.
Wichtige Hinweise
- Modell, keine Messung: Ergebnisse sind Näherungen und können individuell abweichen.
- Parameter variieren: r und Eliminationsrate sind personen- und situationsabhängig.
- Forensischer Kontext: Maßgeblich sind tatsächlich gemessene Laborwerte und die Gesamtschau des Einzelfalls.
Fazit: Die Widmark-Formel liefert eine nachvollziehbare, aber idealisierte Berechnung der BAK. Sie zeigt, wie stark Alkoholmenge, Körpergewicht, Verteilung und Zeit die theoretische Konzentration beeinflussen, ersetzt jedoch keine forensisch gesicherte Messung.
Hinweis: Diese Informationen dienen der Einordnung und stellen keine Rechtsberatung dar.




