Haaranalyse

Die Haaranalyse dient dem rückblickenden Nachweis von Substanzen oder Markern über mehrere Monate. Als Faustregel gilt: 1 cm Kopfhaar entspricht etwa 1 Monat Betrachtungszeit. Durch Segmentierung (Abschnitte à 1–3 cm) lassen sich getrennte Zeitfenster bewerten und Veränderungen im Konsumverhalten nachvollziehen.

Nachweisfenster & Segmentierung

  • Faustregel: 1 cm ≈ 1 Monat, üblich sind 3–6 cm (ca. 3–6 Monate).
  • Segmentierung: zeitliche Auflösung einzelner Abschnitte zur Verlaufskontrolle.
  • Matrix: bevorzugt Kopfhaar; Körperhaar nur eingeschränkt beurteilbar.

Ablauf & Qualitätssicherung

  • Entnahme: definierte Stelle, dokumentierte Länge und Ausrichtung (wurzel- bzw. hautnahes Ende).
  • Probenkette: lückenlose Dokumentation von Entnahme bis Befund.
  • Analytik: validierte Verfahren mit festgelegten Nachweisgrenzen und Bericht der Messunsicherheit.

Vorteile

  • Langes Rückblickfenster: Wochen bis Monate abbildbar.
  • Verlauf erkennbar: Segmentierung zeigt Trend und Regelmäßigkeit.
  • Robust gegen Einzelschwankungen: weniger abhängig von Einzeltagen.

Grenzen & Hinweise

  • Einflussfaktoren: Haarbehandlungen, Färben/Bleichen, stark beschädigtes Haar.
  • Biologie: individuelles Wachstum, Unterschiede zwischen Kopf- und Körperhaar.
  • Interpretation: Ergebnisse stets im Gesamtkontext und methodengerecht bewerten.

Fazit: Die Haaranalyse ermöglicht eine belastbare, zeitlich aufgelöste Beurteilung des Konsumverhaltens. Aussagekraft und Vergleichbarkeit steigen mit sauberer Entnahme, dokumentierter Probenkette und standardisierter Analytik.

Hinweis: Referenz- und Grenzwerte können je nach Labor und Methode variieren.

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