Die BAK-Rückrechnung ist eine forensische Methode, mit der die Blutalkoholkonzentration (BAK) für einen früheren Zeitpunkt – in der Regel den Tatzeitpunkt – rechnerisch ermittelt wird. Grundlage bildet die Widmark-Formel, die Alkoholaufnahme, Verteilung und Abbau berücksichtigt.
Zweck der Rückrechnung
Ziel ist es, den wahrscheinlichen BAK-Wert zum relevanten Zeitpunkt zu bestimmen, wenn die Blutprobe erst später entnommen wurde. So lässt sich die rechtliche Einordnung von Alkoholeinfluss präziser vornehmen.
Wichtige Parameter
- Eliminationsrate: durchschnittlich ca. 0,15 ‰/h (individuelle Bandbreite möglich).
- Körpergewicht und Verteilungsfaktor (r): beeinflussen die theoretische Verteilung des Alkohols im Körper.
- Trinkverlauf und Zeitpunkte: Beginn, Ende und mögliche Resorptionsphase sind entscheidend.
- Messwert der Blutprobe: dient als Ausgangsbasis für die Rückrechnung.
Vereinfachter Ablauf
- Ermittlung des gemessenen BAK-Wertes zum Blutentnahmezeitpunkt.
- Berechnung des zeitlichen Abstands zum Tatzeitpunkt.
- Rückrechnung mit angenommener Eliminationsrate (z. B. Ø 0,15 ‰/h).
- Plausibilitätsprüfung im Lichte des Trinkverlaufs und der Resorptionsphase.
Grenzen und Unsicherheiten
- Individuelle Unterschiede bei Abbau und Verteilung (z. B. 0,1–0,2 ‰/h möglich).
- Unvollständige Angaben zum Trinkverhalten erhöhen die Unsicherheit.
- Resorptionsdefizit und Messunsicherheiten müssen berücksichtigt werden.
Fazit: Die BAK-Rückrechnung liefert eine sachlich fundierte, jedoch modellbasierte Näherung des BAK-Wertes zum Tatzeitpunkt. Sorgfältige Datenerhebung und konservative Annahmen erhöhen die Aussagekraft.
Hinweis: Die Berechnungen folgen forensischen Standards; Abweichungen im Einzelfall sind möglich.




